Die Stadt

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Die Stadt

Auroville wurde am 28. Februar 1968 von Mirra Alfassa, der spirituellen Gefährtin des indischen Dichters und Yogis Sri Aurobindo gegründet. Es möchte eine universelle Stadt sein, in der Männer und Frauen aller Länder in Frieden und fortschreitender Harmonie leben können, jenseits aller Bekenntnisse, politischer Überzeugung und nationaler Herkunft. Aurovilles Aufgabe besteht darin, die wahre menschliche Einheit zu verwirklichen. Die Anlage der Stadt und die Gestaltung des Lebensraumes sollten daher so angelegt sein, dass Menschen, die dieses Ideal zu leben versuchen, sich dort "zu Hause" fühlen. Die Gründerin, Mirra Alfassa, hat den Stadtplanern einige klare Vorgaben hinterlassen, viele Facetten und Herausforderungen ergeben sich jedoch erst durch das natürliche Wachstum, und die Stadtplanung Aurovilles versteht sich als Teil der bewussten Entwicklung der Stadtgemeinschaft.

Das Ideal der menschlichen Einheit manifestiert sich in der Anlage der Stadt in Form einer Galaxie, die aus einem zentralen Punkt, dem Matrimandir in der "Peace Area" (Friedenszone) entspringt und ihre Arme in vier Zonen ergießt, in denen eine bestimmte, für die Manifestation der Aspekte günstige Atmosphäre geschaffen und genährt wird. Die Kulturelle Zone ("Cultural Zone") repräsentiert das aurovilianische Ideal der "nie endenden Erziehung", die Internationale Zone ("International Zone") den Grundgedanken der "universalen Stadt". Die Gewerbezone ("Industrial Zone") steht für die Bedeutung einer starken und gesunden wirtschaftlichen Basis, die Wohnzone ("Residential Zone") für ein gemeinschaftliches Zusammenleben im Verständnis der Einheit in der Vielfalt. Ein Grüngürtel, der sog. "Green Belt", der die vier Zonen umschließt, manifestiert die ökologischen Werte der Gemeinschaft: Aufforstung, organische Landwirtschaft und Nachhaltigkeit.

Auroville soll eines Tages 50 000 Einwohner beherbergen, ein Großteil des dazu erforderlichen Landes befindet sich bislang jedoch noch nicht im Eigentum der Stadtgemeinschaft. Die Attraktivität der Stadt und der Bioregion hat die Preise für Land in den letzten Jahren stark ansteigen lassen und leider auch Grundstücksspekulanten angezogen. Der "Auroville Land Fund" hat es sich zu Aufgabe gesetzt, das für die Entwicklung der Stadt notwendige Land zu sichern.

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Matrimandir und Friedenszone

Das Matrimandir ist das seelische Zentrum Aurovilles, ein Symbol des allumfassenden Göttlichen Bewusstseins im Verständnis der Charta, jedoch – im Sinne des Ideals der menschlichen Einheit – bewusst kein Ausdruck einer bestimmten "exklusiven" Geisteshaltung oder Religion.

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Das zentrale Gebäude des Matrimandir ist von zwölf Meditationsräumen umgeben, die den Seelenqualitäten eine Gestalt geben (Aufrichtigkeit, Demut, Dankbarkeit, Beharrlichkeit, Aspiration, Empfänglichkeit, Fortschritt, Mut, Güte, Großzügigkeit, Gleichheit, Frieden).

An die Meditationsräume schließen sich zwölf Gärten an, die erst teilweise angelegt wurden und bestimmte Qualitäten zum Ausdruck bringen. Sie tragen die Namen Existenz, Bewusstsein, Wonne, Licht Leben, Macht, Reichtum, Nützlichkeit, Fortschritt, Jugend, Harmonie und Vollkommenheit und sollen durch ihre besondere Qualität und Schönheit den Besuchern einen sehr konkreten, physischen Eindruck der jeweiligen Qualität vermitteln.

In der Friedenszone befinden sich darüber hinaus der "Garten der Einheit" mit dem Banyan-Baum, dem geographischen Zentrum Aurovilles, und das Amphitheater mit der Urne, in der bei der Gründungszeremonie am 28.02.1968 die Erde von 124 Nationen gelegt wurde. Geplant ist ein Rosengarten sowie ein See, der die Gärten umgeben und gleichzeitig als Wasserspeicher für die Gemeinschaft dienen soll.

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Die vier Zonen

Die Wohnzone

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In dem mit 189 Hektar Fläche größten Gebiet, der Wohnzone (Residential Zone), werden sich nach vollständiger Bebauung Wohnhäuser und Wohnungen, Kinderkrippen, kleine Arbeitsateliers, Arztpraxen, Parks, Spielplätze und kleine Geschäfte befinden. An der Umgehungsstraße (Crown Road), die die Stadt umgibt, sollen neben Wohnbauten größere Geschäfte, Freigeländeflächen, Kommunikations- und Erholungszentren sowie Restaurants, Büchereien, Gesundheitszentren und Verwaltungsgebäude entstehen. Auch Gästehäuser, Kaufhäuser und Konferenzräume könnten dort ihren Platz finden. Ziel ist es, insgesamt nur 45% der Fläche zu bebauen und damit ein gesundes Gleichgewicht zwischen urbaner Dichte und natürlichem Lebensraum zu schaffen.

Die Kulturelle Zone

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Die Kulturelle Zone (Cultural Zone) umfasst 103 Hektar und beherbergt Institutionen und Forschungseinrichtungen in den Bereichen Bildung, Kunst und Sport. Neben Auditorien und Ausstellungshallen sowie einem Stadium und Sportanlagen sollen dort auch Parks, Spielplätze und kleine Geschäfte entstehen.

Die Gewerbezone

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In der 145 Hektar großen Gewerbezone (Industrial Zone) liegen im Wesentlichen Wirtschaftsunternehmen und Verwaltungsgebäude. Neben Produktionsstätten und anderer umweltschonender Kleinindustrie sollen dort unter anderem Großhandelsunternehmen und Beratungsdienste angesiedelt werden. Rathaus und Stadtverwaltung sowie berufsbildende Institutionen befinden sich ebenfalls in der Gewerbezone.

Die Internationale Zone

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In der Internationalen Zone soll die grundlegende Einheit in der Vielfalt der Nationen und Kulturen erfahrbar werden. Das 69 Hektar große Gebiet wird im Wesentlichen aus nationalen und internationalen Pavillons bestehen, die den Genius einer jeden Nation zum Ausdruck bringen sollen (Link zum "deutschen Pavillon", siehe auch hier). Neben dem bereits fertig gestellten Indischen Pavillon (Bharat Nivas) mit dem Zentrum für indische Kultur und dem Pavillon der Tibetischen Kultur befinden sich in der Internationalen Zone der Unity Pavilion (Pavillon der Einheit) mit der "Hall of Peace" (Friedenshalle) und dem "Friedens-Tisch", das "Visitor Centre" (Besucherzentrum), der Savitri Bhavan, das Centre of International Research in Human Unity (C.I.R.H.U.), die University of Human Unity (U.H.U), das Tamil Heritage Center, das Auroville Language Laboratory (Sprachlabor) und SAVI (Aurovilles internationales Freiwilligen- und Praktikantenprogramm).

 


 

Der Grüngürtel

Der die vier Zonen umgebende, etwa 1,25 km breite Grüngürtel (Greenbelt) dient der Wald- und Umweltregeneration, der organischen Landwirtschaft des Stadtprojektes, der Wasserspeicherung und der Erholung. Er bietet darüber hinaus einen gewissen Schutz vor den ständig wachsenden und sich ausdehnenden urbanen Zentren der Umgebung.

Viele Projekte, die die Erweiterung der biologischen Artenvielfalt, Umweltmanagement und nachhaltige Entwicklung zum Ziel haben, sind im Grüngürtel beheimatet.

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